Ein glänzender "Lobgesang"

Konzert 27.1.2011, Große Aula der Universität Salzburg

Psalmen-Motetten:
Warum toben die Heiden, Op 48 Nr.1
Richte mich Gott, Op 78 Nr.2
Jauchzet dem Herrn, alle Welt Op 69 Nr.2

Mendelssohn - Sinfonie Nr. 2 "Lobgesang"

Vergangenen Donnerstag luden sowohl Salzburger Universitätsorchester als auch Kammerchor zu einem ganz besonderen Anlass ein: Sie gaben Felix Mendelssohn Bartholdys Symphonie Nr. 2, op.52 "Lobgesang" unter der Leitung von Martin Fuchsberger preis. Das 1839/40 komponierte Stück stellten dabei eine Huldigung an den Erfinder der Buchdruckerkunst, Johannes Gutenberg, dar. Mit dessen Innovation blieb Bildung nicht mehr ein Privileg des Adels sowie des Klerus, sondern durfte von diesem Zeitpunkt an Allgemeingut werden. Den Anstoß dazu gab die Lutherbibel, die unter das Volk gebracht wurde und damit wesentlich zum Erfolg der Reformation betrug. Es war also naheliegend, den Lobgesang mit Texten aus diesem Printwerk anzustimmen.
Ebenso kontrastreich wie die roten Schals oder Krawatten waren auch die tiefen Männerstimmen, die einen Gegensatz zu den höheren Frauenstimmen bildeten. Es war eben diese emotionale Darbietung, die sich von Beginn an bis in eine spannungsreiche Dramatik hochschraubte - nur kurz bevor sich die zugespitzten Gesänge in einem hymnenartigen Choral entladen.
Die festlichen gekleideten Musiker zogen mit ihrer Interpretation ihr Publikum von Beginn an in ihren Bann. Die Stimmgewalt des Chors wurde daraufhin noch vom Orchester sowie drei Solisten unterstützt, die mit ihren verspielten Melodien fast wie Vorboten des nahenden Frühlings wirkten. Die Sopranistinnen Simone Vierlinger und Barbara Frandl sowie Tenor Sebastian Fuchsberger verliehen mit ihren abwechselnden Parts den zarten Klängen zusätzlich einen prägenden Charakter, ehe sie zu einer sich ergänzenden Einheit verschmolzen. Nach zwei Stunden fand die glanzvolle Darbietung ihr schwungvolles Finale, doch der Dank an geniale Erfinder, der bleibt zeitlos.
http://www.studium.at/fotos/konzert-des-orchesters-der-uni-salzburg-2011-01-27